Machen Sie es einfach!

Just do it – ein Slogan den jeder kennt, der jedoch im Alltag viel zu wenig Beachtung findet. Gerade in der Finanzdienstleistungsbranche stehen wir uns manchmal selbst im Wege und sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Dabei ist es doch relativ einfach. Überlegt man, wer für das Einkommen und Auskommen Ihrer Firma zuständig ist, dann sind es letztendlich Ihre Kunden. 

Wie machen wir es in Zukunft also einfach?

Beginnen wir vielleicht mit einem der wichtigsten Punkte, dem Selbstverständnis und dem Motiv. Stellen Sie sich vor, Sie eröffnen ein Restaurant und wünschen sich natürlich eine Vielzahl von Gästen. Nichts wäre selbstverständlicher, als mit jedem und jeder Person die Ihnen über den Weg läuft über Ihr neues Restaurant, die exzellente Speisekarte und die Neueröffnung zu sprechen. Stellen Sie sich vor, Sie sind Autoverkäufer bei einem renommierten Automobilhersteller aus München. Mit stolz geschwellter Brust erzählen Sie über die Vorzüge eines Neuwagens und die unbegrenzten Möglichkeiten oder die “Freude am Fahren”. Leider sind wir weder Restaurantbesitzer, noch Autoverkäufer sondern arbeiten in der Finanzbranche. Und genau da beginnt vielfach das Dilemma.

Was machen Sie eigentlich beruflich? 

Sobald im dritten Satz eines Gespräches die Frage aufkommt, was Sie eigentlich beruflich machen, so sollten Sie keine einzige Sekunde zögern um einfach und selbstverständlich zu erklären, was Sie seit Jahren oder vielleicht schon Jahrzehnten machen. Überlegen Sie nur kurz, wie Sie nun verpacken könnten, dass Sie ein Finanzberater sind, so haben Sie schon verloren. Stellen Sie dem Gegenüber zum Beispiel auf seine Frage die Gegenfrage “ob er sich grundsätzlich für Geld interessiere” und warten Sie seine Reaktion ab. Auf die Antwort hin führen Sie das Gespräch in souveräner Manier fort und erklären, dass Sie sich genau darum seit 20 Jahren kümmern.

Was machen Sie eigentlich montags?

Ein Blick in den Kalender lohnt sich. Wird Ihre Woche geplant oder werden Sie verplant. Wie beginnt der Montag und wie hört der Freitag auf. Müssen Sie eigentlich fünf Tage verfügbar sein oder reichen auch vier Tage die Woche. Egal ob Sie möchten oder nicht, am Ende des Tages und der Woche entstehen Ergebnisse. Sie haben langfristig selbst in der Hand, diese zu beeinflussen. Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Was hat Ihnen letzte Woche Spaß gemacht – was eher nicht?
  • Was hat Sie letzte Woche Zeit gekostet – was hat Ihnen Zeit gespart?
  • Was hat Ihnen Geld gekostet und was hat Ihnen Geld gebracht?

Hilfreich ist es beim Ausblick auf die nächste Woche, sich die Frage nach dem durchschnittlichen “Brutto-Stundenlohn” zu beantworten. Bei 100.000 Bruttoerlös pro Jahr und 220 Arbeitstagen zu je 8 Stunden beträgt dieser 56,81 Euro. Sind Sie damit zufrieden oder möchten Sie diesen optimieren?  Für welche Tätigkeiten der letzten Woche waren Sie “zu teuer” und was lernen Sie daraus?

Am Montag wird immer was passieren, spätestens nach einer Korrektur an der Börse oder einem Unwetter klingelt das Telefon in Ihrem Büro. Wäre es nicht besser, Sie agieren, anstatt auf den Anruf Ihrer Kunden zu warten?

Ein einziger aktiver Anruf pro Tag

Haben Sie schon einmal versucht mit Sport zu beginnen? Allein der Versuch wird scheiten. Es geht darum, es einfach zu machen! Schnüren Sie früh morgens Ihre Laufschuhe und rennen Sie los. Greifen Sie jeden morgen um 9 Uhr zum Telefon und sprechen genau mit einem Ihrer Kunden.

  • bereiten Sie dazu 20 Kunden für die nächsten 20 Tage vor
  • Tragen Sie für jeden Tag um 9 Uhr ein Telefonat mit einem dieser ausgewählten Kunden ein
  • Rufen Sie an und halten Sie die Ergebnisse fest im Aktivitätenmanager

Am Ende des Tages, Monats, Jahres oder Geschäftslebens werden Sie meistens an Ihren Aktivitäten messbar sein. Sie selbst haben dabei den Umfang und das Zeitfenster in der Hand.

Fragen für Ihr Kundentelefonat

Anbei erhalten Sie ein paar Vorschläge für Ihr Kundentelefonat:

” Sehr geehrte Frau Müller, gerne würde ich mich bei Ihnen melden um ein paar Dinge mit Ihnen zu besprechen….

  • Ihr Depot ist aktuell mit 4.618 Euro im Plus
  • Ihr Freistellungsauftrag reicht nicht aus
  • mir ist aufgefallen, dass Sie keine Vollmacht auf Ihrem Depot hinterlegt haben
  • darüber hinaus sind Sie eine der wenigen Kundinnen, die keinen Sparplan bei mir hat?
  • Sie bezahlen immer noch Ausgabeaufschläge, das würde ich gerne für Sie ändern
  • gerne würde ich mit Ihnen über Ihre Vermögensziele sprechen und diese mit Ihren bestehenden Anlagen verknüpfen
  • wie sparen eigentlich Ihre Kinder?
  • gibt es etwas von Ihrer Seite?
  • kennen Sie schon meine App und Webseite?
  • usw.

Just do it

Bei der Umsetzung der Ideen, dem Hinterfragen der letzten Arbeitswoche und der Planung der nächsten Arbeitswoche wünsche ich Ihnen viel Erfolg. Berichten Sie mir gerne von Ihren Erfolgen, aber auch von Ihren Schwierigkeiten, Unwägbarkeiten und dem täglichen Kampf mit dem Schweinehund.

Bleiben Sie gesund!

Ihr

Martin Eberhard

2018-06-27T09:38:35+00:0027. 06. 2018|Alle News, Fondskonzept, Investmentfonds, Provokant|