Negativzinsen bei Fondsplattformen?

Was bei vielen Großbanken bereits seit längerem stattfindet hat nun auch Schule bei den Fondsplattfomen gemacht. Natürlich kann eine Plattform nicht beliebig viel Liquidität bei sich parken lassen weil hier eben Negativzinsen an die Bundesbank abgeführt werden müssen. Auf der anderen Seite ist natürlich Liquidität ein fester Bestandteil der strukturierten Kapitalanlage und im aktuellen Börsenumfeld trauen sich viele nicht in einer Summe zu investieren, sondern steigen in Sparplänen verteilt über viele Monate in die Märkte ein. Obwohl hier die Investition bereits fest beauftragt ist werden hier bei manchen Plattformen sogenannte Negativzinsen oder Verwahrentgelte fällig. Am auffälligsten fällt die Regelung bei der ebase aus, hier wurden die Kunden Ende 2020 darüber informiert, dass bereits ab 1.000 EUR Guthaben auf den Verrechnugskonten Negativzinsen in Höhe von 0,5% fällig werden. Sehr  gefällig sind die Lösungen der DAB und Moventum: hier wird erst dann ein Negativzins belastet wenn das Guthaben 15% des Depotvolumens übersteigt. Bei allen anderen Plattformen fallen die Belastungen erst ab einem Guthaben von 100.000 EUR oder 250.000 EUR an oder konkrete Regelungen sind derzeit noch in Planung.

Diese Regelungen könnten in den nächsten Monaten und Jahren zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil für die jeweilige Plattform mit der günstigsten Regelung werden, vor allem dann wenn diese vertriebsorientiert ist. Denn wenn die Guthaben woanders geparkt werden wandert ggf. das Depot auch hinterher. Wenn Regelungen getroffen werden, dass vor allem kurzfristige oder bereits beauftragte Investitionen unberücksichtigt bleiben könnten Kunden und Berater diese Plattformen durchaus öfter bei der Wahl der Depotführenden Stelle auswählen.