Abgrenzung innerhalb des Spektrums nachhaltiger Geldanlagen
Abgrenzung zwischen Themenfonds und Nachhaltigkeitsfonds

Themenfonds beziehen sich auf einen bestimmten Sektor. Gängige Branchen für Themenfonds sind: Grüne Immobilien, Erneuerbare Energien/Energieeffizienz, Nachhaltige Rohstoffe (Wald, Agrar, Wasser etc.), Mikrofinanzierung, Investitionen in soziale Projekte, Kultur und Bildung. Zu dieser Kategorie gehören auch so genannte Ökofonds. Diese adressieren in erster Linie die ökologische Dimension der Nachhaltigkeit. Ein erfolgreiches Beispiel eines solchen Themenfonds ist der ÖkoWorld Klima. Das Portfolio besteht aus globalen Unternehmen, welche Produkte, Technologien und Dienstleistungen anbieten, die zur Bekämpfung des Treibhauseffekts beitragen. Anlageschwerpunkte sind üblicherweise Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Recycling, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, nachhaltige Wassernutzung sowie Verringerung der Schadstoffbelastung von Luft, Böden und Gewässern. Ausgeschlossen sind Unternehmen, die keine nachhaltigen Lösungen anbieten und daher zur Vergrößerung der Probleme beitragen würden.

Nachhaltigkeitsfonds behandeln dagegen die ganzheitliche Nachhaltigkeit. Das bedeutet konkret, dass sie ökologische, soziale und ökonomische Kriterien bei ihrer Portfoliozusammenstellung mit einbeziehen. Einige Fonds folgen hierbei den Sustainable Development Goals (SDGs) und andere den Environment Social Governance Kriterien (ESG). Einige Asset Manager verwenden eigens entwickelte qualitative Bewertungsmethoden zur Evaluierung der Nachhaltigkeit. Ein solches Beispiel ist das Unternehmen avesco Financial Services AG mit dem avesco Sustainable Hidden Champions Fonds, kurz SHC-Fonds. Die im SHC-Fonds enthaltenen Titel werden durch eine qualitative, FNG zertifizierte, Nachhaltigkeitsmethode geprüft. Diese Unternehmen, genannt Hidden Champions, sind in der DACH-Region ansässig und zeichnen sich durch eine Kontinental- oder Weltmarktführerschaft aus. Sie praktizieren Nachhaltigkeit nicht eindimensional, sondern ganzheitlich. Das bedeutet, dass sie Nachhaltigkeit auf den Ebenen Ökologie, Ökonomie, Soziales und Unternehmensführung umsetzen.

Unterscheidung nach Anlagestrategien:

Innerhalb des Spektrums nachhaltiger Fonds finden sich unterschiedliche Strategien zu Ermittlung der zugrunde liegenden Nachhaltigkeit. Die in Deutschland gängigsten Methoden sind hierbei die Verwendung von Ausschlusskriterien, gefolgt von dem so genannten Engagement, der Integration von sozialen, ökologischen und auf die Unternehmensführung bezogene Kriterien (ESG-Integration) und dem Best-in-Class Ansatz

Bei einer Anlagestrategie nach Ausschlusskriterien werden Unternehmen vom Investmentuniversum ausgeschlossen, wenn sie bestimmte Produkte (z.B. Waffen, Tabak) herstellen, in bestimmten Sektoren tätig sind (z.B. fossile Energien, Pornografie) oder bestimmte soziale, ökologische oder governance-bezogene Kriterien nicht erfüllen. Die gängigsten in Deutschland verwendeten Ausschlusskriterien, gemäß dem aktuellen FNG Marktbericht, sind: Arbeitsrechtsverletzungen, Korruption und Bestechung, Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen.

Mit dem Begriff Engagement wird ein langfristiger Dialog von Investor*innen und Unternehmen bezeichnet, welcher das Ziel verfolgt, die Unternehmensführung für die Berücksichtigung von sozialen, ethischen und ökologischen Kriterien zu gewinnen. Dies beinhaltet unter anderem den direkten Kontakt zu Unternehmen sowie Gespräche mit anderen Organisationen und Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Politik. Bei dieser Anlagestrategie wird aktiv mit den Unternehmen kommuniziert, in welche investiert wurde. Dabei steht im Fokus, ob die Unternehmen die gesetzten nachhaltigen Standards einhalten und umsetzen. Diese Art der Beteiligung wird auch als aktives Aktionärstum bezeichnet.

ESG steht für die drei nachhaltigkeitsbezogenen Verantwortungsbereiche von Unternehmen: Environment, Social und Governance.
Je Bereich werden verschiedene Anforderungen geprüft. So könnte ein Kriterium im Bereich Environment z.B. Treibhausgasemissionen, im Bereich Social Arbeitssicherheit und im Bereich Governance Compliance sein.

Bei dem Best-in-Class-Ansatz wird keine Branche per se ausgeschlossen. Die Unternehmen, welche in ihrer Branche die beste Nachhaltigkeitsleistung erbringen werden ausgewählt. Diese Unternehmen müssen nicht zwangsläufig „nachhaltige“ Unternehmen sein. Es reicht, wenn diese in Bereichen der Unternehmensführung und des Kerngeschäfts überzeugende Aktivitäten hinsichtlich umwelt- und sozialverträglicheren Wirtschaftens unternehmen. Verfechter des Best-in-Class-Ansatz sehen in diesem einen gerechten Wettbewerb um die besten Lösungen. Folglich können in solchen Portfolios auch Erdölkonzerne enthalten sein, die jedoch im Vergleich zu ihren Mitstreitern bessere Nachhaltigkeitsleistungen nachweisen können.