Mit Hilfe von Gastbeiträgen unseres Professionalpartners avesco Financial Services AG wollen wir Ihnen erste und auch vertiefende Einblicke in die Welt der nachhaltigen Investitionen geben und Sie so für die Nachfrage nach nachhaltigen Investments fit machen.

Investitionen haben das große Potential Klimaschutz zu betreiben und immer mehr Investor*innen nutzen dieses Instrument schon jetzt. Der Finanzvorstand der Deutschen Bahn, Alexander Doll formuliert es so: „Das vermeintlich weiche Thema Umwelt ist in der Finanzwelt zur harten Währung geworden: Ein Unternehmen, das in Zukunft bestehen will, braucht messbare Erfolge beim Klima- und Umweltschutz.”

Der Einflussreichtum von Finanzakteur*innen wird deutlich, mit Blick auf die Initiative Climate Action 100+ (CA100+). Diese bringt weltweit Investor*innen zusammen, die sich für eine Eindämmung der Treibhausgase einsetzen. Im Visier stehen die weltgrößten Klimasünder, jene 100 Konzerne, die zwei Drittel aller Treibhausemissionen ausstoßen. Die Liste reicht von BASF über Airbus bis zu Walmart und Volkswagen. Öl- und Gaskonzerne aber dominieren.

Prozentuale Aufteilung der 100 klimaschädlichsten Konzerne nach Sektoren (Quelle: Climate Action 100+)

Wer annimmt, es handle sich bei der Initiative um eine unbedeutende Randgruppe liegt falsch. Schließlich verfügen die Investor*innen insgesamt über mehr als 30 Billionen US Dollar.

Auch die EU-Kommission setzt im Kampf gegen Klimaerwärmung auf die Macht des Geldes. Mit einem Aktionsplan will sie Investor*innen zu mehr Nachhaltigkeit verpflichten. Doch wie bewegt man Unternehmen zum Umdenken, besonders milliardenschweren Großkonzerne? Das Stichwort lautet: Engagement.

Unter diesem Begriff versteht die Finanzwelt das aktive Einbringen von Shareholdern in Unternehmen bei kritischen Geschäftsaktivitäten. Hierzu gehören die Stimmrechtsausübung, kritische Antragsstellungen bei der Hauptversammlung und das Androhen von Divestment Maßnahmen. Je größer das hinter den Forderungen stehende Anlagevermögen, desto größer der Druck auf die jeweiligen Unternehmen. Aus diesem Grund gibt es immer mehr Initiativen und Plattformen, welche sich zusammenschließen und sich bei der Stimmrechtsausübungen und weiteren Aktionen absprechen.

Als Beispiel für ein solches Engagement kann der Rückzug des Energiekonzerns RWE aus dem umstrittenen Atomkraftwerk Belene in Bulgarien 2010 angeführt werden. Gefordert und durchgesetzt wurde dieser von der Union Investment in Kooperation mit kirchlichen Institutionen durch Investor*innengespräche mit dem RWE Vorstand und auf der Hauptversammlung.

Ein weiteres Beispiel ist das Engagement der eingangs beschriebenen Initiative CA100+, auf deren Drängen Shell verbindliche Klimaziele an die Vergütung des Vorstands koppelte. Das bedeutet im Klartext: Verfehlt Shell die vereinbarten Klimaziele, kostet das den Konzernvorstand Geld.

Beispiele lassen sich jedoch nicht nur in der Privatwirtschaft finden. So schichtete die Stadt Berlin, als erstes Bundesland, die Gelder der Pensionskasse seiner Beamten in Höhe von 823 Mio. € umweltfreundlich um. Hierfür schuf die Stadt im Jahr 2017 einen ethisch-ökologischer Aktienindex namens Benexx. Inzwischen hat auch Schleswig-Holstein Gefallen an dem Berliner Nachhaltigkeitsindex gefunden und wird das Aktienportfolio seiner Pensionskasse daran ausrichten.