„Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser“ – Die Nachhaltigkeitsanalyse der avesco

„Nachhaltigkeit kostet Rendite“. Diese Aussage ist längst ein Märchen vergangener Tage.

Unternehmen die Nachhaltigkeit nicht als Zwang, sondern als Wettbewerbsvorteil verstehen, befinden sich auf dem Zukunftspfad. Wie sich der Wettbewerbsvorteil auf die Performance nachhaltiger Titel auswirkt, verdeutlicht der avesco Sustainable Hidden Champions Equity Fonds. Mit einer Jahresperformance per Ende November von 23,82% liefert der Aktienfonds ein Positivbeispiel für das wirtschaftliche Potential nachhaltiger Unternehmen. In dem Aktienfonds befinden sich derzeit 54 der nachhaltigsten „Hidden Champions“ der deutschsprachigen Region.

Doch wie entscheiden Asset Manager über nachhaltige und nicht-nachhaltige Titel? Der Asset Manager avesco hat, aufbauend auf einer Studienarbeit an der TU München, seine eigene Methodik entwickelt. Im Rahmen einer ca. 80-stündigen qualitativen Analyse, betrachtet das Berliner Analystenteam die Nachhaltigkeit eines Unternehmens ganzheitlich. Dies bedeutet, dass potentielle Titel hinsichtlich ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit analysiert werden. Es gelangen nur die Unternehmen ins Portfolio, die in allen drei Dimensionen Spitzenleistungen erbringen.

Dr. Sandra Derissen, Senior-Analystin Nachhaltigkeit

Doch was passiert mit jenen Titeln, die einst als nachhaltig eingestuft wurden? Einmal nachhaltig, immer nachhaltig? „Davon kann man nicht immer ausgehen,“ sagt Dr. Sandra Derissen, Leiterin der Nachhaltigkeitsanalyse bei avesco. „Wir analysieren sämtliche Titel unseres Portfolios in einem 2-Jahres-Rhytmus, um eine konsequente Nachhaltigkeit zu überprüfen. Überzeugt ein Titel in der Re-evaluation nicht mehr, wird dieser aus dem Portfolio ausgeschlossen. In gleicher Weise verfahren wir mit den Unternehmen, bei denen während der Investitionsphase schwerwiegende Kontroversen auftreten“.

Dass die avesco an diesem Vorgehen konsequent festhält, wird mit Blick auf die folgenden zwei Beispiele klar:

Beispiel für ein Investment

Fragt man Anlegerinnen und Anleger nach ihren Assoziationen mit grünen Aktien, denken wohl die wenigsten an Tankanlagen. Dabei ist die Dienstleistung der Überwachung und Sanierung jener Anlagen, aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten, ein wichtiges Unterfangen. Dem ist sich die Wolftank-Adisa Holding AG bewusst. Die Holding ist Anbieter von Ingenieurs- und Umweltschutzdienstleistungen bei der Überwachung und Sanierung von Tankanlagen sowie der Dekontaminierung von Boden und Gewässern. In der avesco Analyse schneidet Wolftank-Adisa insbesondere in den Bereichen ökologische und soziale Nachhaltigkeit sehr gut ab. Durch den Einsatz der Produkte bzw. der Dienstleistung wird eine Kontamination von Boden und Grundwasser vermieden. Doch das Thema Nachhaltigkeit ist nicht nur in der Produktpalette, sondern auch in der Unternehmensphilosophie verankert. Das Unternehmen folgt der Prämisse “Umweltschutz ist eine Chance und keine Last“. So wählt Wolftank-Adisa beispielsweise seine Lieferanten nach sozialen und ökologischen Kriterien aus und kontrolliert diese. Durch ein zertifiziertes Arbeits- und Gesundheitsschutz-Management, mit strengen Sicherheitsvorgaben für alle Mitarbeitenden weltweit, hat Wolftank-Adisa seit 10 Jahren keinen Unfall mehr verzeichnet.

Beispiel für ein Desinvestment

Als Betreiber von insgesamt 30 Flughäfen war die Fraport AG bis Ende des letzten Jahres Teil des SHC-Portfolios. Das Portfoliomanagement-Team der avesco verfolgt grundsätzlich den Ansatz, keine Industrien von vornherein auszuschließen. Wichtig ist jedoch, die nachhaltigsten Player innerhalb jeder Industrie zu identifizieren. Aktuelle Zahlen belegen, dass die Zahl der Flugpassagiere in Deutschland trotz Klimadebatte weiter steigt. Wichtig ist demnach, sich die Frage zu stellen, wie man den Flugverkehr so nachhaltig wie möglich gestalten kann. Dieser Frage geht die Fraport AG intensiv nach. Insbesondere im ökologischen Bereich tut das Unternehmen einiges, um den Flugverkehr so nachhaltig wie möglich auszurichten. So hat Fraport ein ISO-zertifiziertes Umweltmanagementsystem für Energieeffizienz implementiert. Auch die CO2-Emission soll konsequent reduziert werden. So plant der Konzern am Standort Frankfurt eine Reduktion bis 2030 um 65% gegenüber dem Jahr 1990.

Nichtsdestotrotz beschloss avesco den Titel im November 2018 aus dem SHC-Portfolio zu nehmen. Grund dafür waren aufgetretene Kontroversen, die mit dem Bau des Flughafens im brasilianischen Porto Alegre zusammenhingen. Für die Erweiterung eines Terminals und einer Landebahn sollten mehrere tausend Menschen umgesiedelt werden. Nachdem der Konzern versäumt hatte, die Anwohnerinnen und Anwohner über die Umsiedlung direkt zu informieren, weigerte dieser sich, eine ausreichende Entschädigung zu zahlen und verwies an die örtlichen Behörden. Als avesco den Konzern zu Umsiedlungsplänen und einhergehenden Entschädigungszahlungen kontaktierte, reagierte der Konzern nur knapp und ließ diese unkommentiert.